Fresh-Mix Kosmetik – Südkorea
Steckbrief
Fresh-Mix Kosmetik ist eine Kosmetikmarke aus Südkorea, die Cremes und Seren erst nach der Bestellung individuell mischt. Das Unternehmen wurde 2019 in Seoul gegründet und hat sich seither auf ein Geschäftsmodell spezialisiert, das Personalisierung und ein sichtbares Herstellungserlebnis miteinander verbindet. Inzwischen betreibt die Marke über 40 stationäre Misch-Theken in Asien, an denen Kundinnen und Kunden ihre Pflegeprodukte direkt vor Ort zusammenstellen lassen können. Der Wachstumspfad von einem einzelnen Standort in Seoul zu einem mehrere Länder umspannenden Netz aus Misch-Theken zeigt, dass sich das Konzept über die Anfangsphase hinaus wiederholen ließ. Für ein Geschäftsmodell mit stationärer Komponente ist das ein wichtiger Beleg: Jede neue Theke braucht Personal, Geräte und ein Mindestmaß an Laufkundschaft, damit sich der Betrieb rechnet. Die reine Anzahl von über 40 Standorten deutet darauf hin, dass die Grundformel – Hautanalyse, Mischung, Abfüllung – robust genug ist, um an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichem Publikum zu funktionieren.
Geschätzter Umsatz: unbekannt
Konzept & Problem
Umsatz-Modell
Gibt's das schon in Deutschland?
Was man beachten muss
Kosmetikprodukte unterliegen in der Europäischen Union der EU-Kosmetikverordnung. Diese schreibt vor, dass für jedes Produkt eine Sicherheitsbewertung durch eine dafür qualifizierte Person erstellt wird, in der Inhaltsstoffe, Konzentrationen und mögliche Risiken für die Haut geprüft werden. Auf Basis dieser Bewertung wird ein Sicherheitsbericht erstellt, der Teil der sogenannten Produktinformationsdatei ist. Zusätzlich muss jedes in der EU in Verkehr gebrachte Kosmetikprodukt vor dem Verkauf im CPNP-Portal (Cosmetic Products Notification Portal) gemeldet werden. Besonders relevant für ein Modell wie Fresh-Mix ist die Frage, wer als Hersteller gilt. Wird die Mischung erst im Laden oder unmittelbar vor dem Versand individuell zusammengestellt, gilt der Betreiber der Mischstation regelmäßig selbst als Hersteller des fertigen Produkts – mit voller Verantwortung für Sicherheitsbewertung, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit der einzelnen Charge. Das unterscheidet sich von einem reinen Weiterverkauf industriell vorgefertigter Ware, bei dem diese Pflichten bereits beim ursprünglichen Hersteller liegen. Für ein deutsches oder europäisches Pendant zu Fresh-Mix bedeutet das in der allgemeinen Einordnung, dass jede Mischstation faktisch wie eine eigene kleine Produktionsstätte behandelt werden muss, inklusive Dokumentation der verwendeten Rohstoffe, Hygienestandards und Chargenkennzeichnung. Das ist mit zusätzlichem organisatorischem Aufwand verbunden, der in die Kalkulation eines Aufpreismodells wie des hier beschriebenen einfließen muss.
Allgemeine Einordnung, keine Rechtsberatung. Stand: 12.09.2026.